Handling für optimale Performance

Die richtige Handhabung von Kugellagern bezüglich Aufbewahrung, Montage-Vorbereitung und Fettverteilungsverlauf sichert die uneigeschränkte Nutzung, optimale Leistungseigenschaft und lange Lebensdauer.

Aufbewahrung

Die sachgemäße Lagerung von GMN Produkten sichert die lagerspezifischen Leistungsmerkmale bis zur Montage.

  • Kugellager in der Originalverpackung aufbewahren
  • Vor Staub und Feuchtigkeit schützen
  • Vor Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen schützen

Haltbarkeit konservierter und fettgeschmierter Kugellager: max. 2 Jahre (bei sachgemäßer Lagerung)

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Montage-Vorbereitung

Sorgfältige Vorbereitungen der Montage-Umgebung und der relevanten Bauteile gewährleisten die uneingeschränkte Nutzung der Leistungseigenschaften von GMN Kugellagern.

Vorbereitung der Montage-Umgebung

  • Montage-Umgebung sauber, staub- und pressluftfrei halten
  • Erforderliches Mess- und Montagewerkzeug bereitstellen
  • Temperaturangleichung aller Teile sicherstellen
  • Umbauteile reinigen
  • Zustand und Maße der Umbauteile prüfen
  • Detaillierte Informationen finden Sie im Kapitel Konstruktion unter dem Punkt Optimierung der Passungen.

 

Vorbereitung der Bauteile

  • Kugellager unmittelbar vor der Montage auspacken
  • Kugellager nicht auswaschen: Die meisten Fette und Schmieröle sind gut mit dem Konservierungsöl des Lagers verträglich

Vorbereitungen bei Fettschmierung:

  • Erforderliche Fettsorte und Fettmenge (Präzisionswaage) bereitstellen
  • Schmierfett im Bereich Kugeln/Laufbahnen beidseitig mit einer Dosierspritze verteilen
  • Weitere Hinweise zur Befettung und die erforderliche Fettmenge finden Sie hier.

 

Lager-Montage

  • Maße der Lager und Umbauteile aufeinander abstimmen (Passungen)
  • Kugellager präzise in axialer Richtung aufziehen bzw. aufpressen (nicht verkanten)
  • Montagekraft nicht über die Kugeln leiten
  • Bei Presssitz den Innenring anwärmen (maximal 100 °C)
  • Axiale Schrumpfung infolge der Abkühlung beachten
  • Detaillierte Informationen finden Sie unter den nachfolgenden Punkten Montage und Inbetriebnahme.

Montage

Hinweise zu Montage und Einbau von Spindel- und Kugellagern von GMN.

  • Für den Einbau von Kugellagern empfiehlt sich ein möglichst staubfreier, trockener Raum, in dem weder mit Pressluft noch spanabhebend gearbeitet wird.
  • Die Kugellager sollten erst unmittelbar vor dem Einbau aus der Verpackung genommen werden.
  • Eine eventuelle Befüllung mit Fett sollte ebenfalls erst kurz vor dem Einbau erfolgen. Die Verwendung von Spachteln oder das Einschmieren der Lager von Hand muss vermieden werden.
    Als ideal hat sich das Einbringen von Fett mit Hilfe von Injektionsspritzen (in Apotheken erhältlich) erwiesen.
    Weitere Hinweise zur Befettung und die erforderliche Fettmenge finden Sie hier.
  • Waschen der Lager ist bei normalen Schmierfetten nicht erforderlich. Lediglich bei Silikon-, FKW- oder PTFE-basierenden Fetten ist eine Entfernung des Konservierungsmittels anzuraten. Diese Reinigung darf unter keinen Umständen in Ultraschallbädern erfolgen. Ein Lösen der Konservierung soll bei leichter Schwenkbewegung ermöglicht werden.
    Es wird die Verwendung von gefiltertem Waschbenzin 100/140 (max. Filterdurchlass 0,45 µm) empfohlen. Das Ablüften der Lager sollte anschließend unter einer staubgeschützten Abdeckung erfolgen.
    Kugellager dürfen auf keinen Fall mit Pressluft trockengeblasen werden, weil so Staub und Feuchtigkeit eindringen können.
  • Die einbaubereiten Kugellager können dann mit Hilfe geeigneter Montagemittel montiert werden.
    Wichtig ist hierbei, dass die Montagewerkzeuge ein Verkanten der Lager auf dem Sitz verhindern und dass die Montagekraft nie über die Wälzkörper eingeleitet wird. Dies würde zu Eindrücken in den Laufbahnen und somit zu Laufgeräuschen und verminderter Gebrauchsdauer des Lagers führen.

Montage auf Welle über Innenring (IR)

Hier wird ein Kugellager bei Festsitz auf der Welle richtig aufgepresst.
Die Montagekräfte werden nur über den Innenring eingeleitet. Kugeln und Laufbahnen bleiben kraftfrei und unbeschädigt.

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Montage über Innenring 
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Montage auf Welle und in Gehäuse über Innen- (IR) und Außenring (AR)

Im Fall, dass zwei Festsitze vorgesehen sind, kann das Lager über beide Ringe gleichmäßig gedrückt und so montiert werden.
Auf diese Weise bleiben Kugeln und Laufbahnen unbeschädigt.

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Montage über Innen- und Außenring 
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Inbetriebnahme

Ölschmierung

Bei ölgeschmierten Lagern ist allgemein kein besonderer Einlaufvorgang vorgeschrieben, es hat sich jedoch als vorteilhaft erwiesen, wenn

  • die Schmierung vor der Inbetriebnahme zur Verfügung steht (bei Öl-Luft-Schmierung Länge der Zuführleitungen berücksichtigen), so wird Mangelschmierung beim Anlauf vermieden,
  • eine kurze Einlaufphase durchgeführt wird, die es den Lagern ermöglicht, sich etwas zu setzen.

Technische Informationen zum Thema Ölschmierung finden sie in unseren Downloads.

Fettschmierung

Der erforderliche Fettverteilungslauf stellt eine gleichmäßige Lager-Schmierung sicher und optimiert die Verteilung des Schmierfettes im Lager (Fettverdicker werden aus der Kugelabrollzone entfernt und das Grundöl benetzt gleichmäßig die Schmierstelle).

  • Reduzierte Walkarbeit
  • Niedrige Lagertemperatur
  • Ausnutzung des n · dm Faktors des Fettes
  • Hohe Betriebssicherheit
  • Lange Fett- und Lagergebrauchsdauer

Technische Informationen zum Thema Fettschmierung finden sie in unseren Downloads.

Hinweise zum Fettverteilungslauf

  • Externe Belastungen vermeiden
  • Beschleunigung bis Teildrehzahl in ca. 20 Sekunden
  • Fettart (Viskosität) und Fettmenge berücksichtigen
  • Temperatur- und Geräuschentwicklung kontrollieren (bei mehr als 60 °C Gehäusetemperatur oder bei extremer Geräuschentwicklung: Fettverteilungslauf beenden und nach Ruhephase fortsetzen)
  • Hohe Laufruhe und ein Beharrungszustand der Temperaturen bestätigen einen erfolgreich abgeschlossenen Fettverteilungslauf

Technische Informationen zum Thema Fettverteilung finden sie in unseren Downloads.

 

Maschinenlaufintervalle für Fettverteilungslauf

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